Presseartikel 2007

Ahrweiler. “Rock- und Popmusik aus zwei Jahrhunderten“, so lautet inzwischen das Motto einer der langlebigsten Musikgruppen aus dem Kreis Ahrweiler, dem „Siegfried Service“. Um nicht alle fünf Jahre ihren Slogan verändern zu müssen – angefangen hatte es noch mit „Hits aus 30 Jahren“ – hoffen die fünf Musiker nun auch für die Zukunft gut gerüstet zu sein.
Doch angefangen hatte es einst im Herbst 87 noch unter ganz anderen Vorzeichen. Beim Rockfestival im Rahmen der Kreiskulturtage in der Bad Breisiger Jahnhalle bot die damals noch dreiköpfige Band mit melodischen Eigenkompositionen, Rock-Kabarett, Theater mit Kostümen und Masken bis hin zum Klamauk und gewürzt mit Schattenspiel, Blitzen, Feuerzauber und Lichteffekten eine unterhaltsame und vor allem ungewöhnliche Mischung für Augen und Ohren. Um für all das Platz auf der Bühne zu haben, ersetzten sie den Schlagzeuger durch einen Drum-Computer, ein damals noch ein absolutes Novum in der lokalen Musikszene. Höhepunkt dieses Konzepts war ein Auftritt als Hauptgruppe beim Sommerfest der Uni Bonn.
Viele erinnern sich aber auch gerne an ihre „Radio-Show“, als die Band ihr Rock-Programm in einen Mix aus selbstironischen Ansagen, Verkehrsfunk und Werbeineinblendungen verpackte, moderiert von Gregor Glöckner, damals noch Redakteur der Rhein-Ahr-Rundschau, ehe er kurze Zeit später zum SWR 3 als Redakteur und Sprecher wechselte. Glöckner hatte die Band von Beginn an beim Show- und Theaterpart federführend unterstützt und zusammen mit seiner Lebensgefährtin Birgit Herbersauf der Bühne mitgewirkt. Die übrigen drei Gründungsmitglieder Siggi Heubach, Ralf Steins und Hans-Joachim Markgraf wurden dann nach einem Jahr durch Bassist Karl-Heinz Ratschkowski und Drummer Harald Knieps verstärkt. Letztere Drei bilden auch heute das Gerüst der Gruppe. Seit 15 Jahren dabei ist der aus Sinzig stammende Olaf Milbert (Keyboards und Saxophon). So positiv die Resonanz allerorts auf dieses ungewöhnliche Spektakel war, im Laufe der Jahre zeigte sich immer deutlicher, dass Aufwand und Ertrag in kein akzeptables Verhältnis zu bringen war, zumal für die Show große Bühnen und Säale benötigt wurden.
Hier weiterzumachen hätte für die Bandmitglieder, den Rahmen eines Hobbys bei weitem überschritten. In dem Maße, wie in der Folge die Show reduziert und der Aufwand herabgeschraubt wurde, wuchs das Repertoire an nachgespielten Songs. Ausschlaggebend war hier die Erfahrung, dass die eigenen Lieder zwar sehr wohlwollend Anerkennung fanden, bei den bekannten Hits die Tanzfläche aber im Nu voll war. So entdeckten die fünf nach und nach ihr Talent und ihren Spaß an der tanzbaren Rockmusik. Ihr Konzept, nicht so laut und heavy wie eine normale Rockband, aber auch nicht so glatt und gleichklingend wie eine gewöhnliche Tanzband zu spielen, machte sie alsbald zu einer gern gesehenen Unterhaltungsband, wie anlässlich der Deutschen Hochschulmeisterschaften
im Hockey vor über 500 Studenten. Gespielt haben sie von Aachen bis Mainz, in den kleinsten Pubs sowie auf Straßenfesten, wie beim Fest der guten Laune in Bad Neuenahr auf dem Weinmarkt sowie Altstadtfest in Ahrweiler oder auf dem Jakobsmarkt in Remagen. Rekordkulisse gab es mit mehr als 3000 Zuschauern beim Johannisfest in Stadtzentrum von Mainz. Da bei der Auswahl der Musikstücke besonders auf Tanzbarkeit geachtet wird, ist „Siegfried Service“ inzwischen auch bei Hochzeiten, runden Geburtstagen, Firmenjubiläen als Feten-und Tanzband sehr beliebt.